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hp polytechnik startet erfolgreich Reise in die Digitalisierung

Juni 2017Text: ​Sabine TjørnelundFoto: hp polytechnik

Industrie 4.0 ist kein Hexenwerk, sondern macht das mittelständische Zulieferunternehmen hp polytechnik aus Iserlohn, wettbewerbsfähig für die Zukunft – Dank Unterstützung aus der SmartFactoryOWL im ostwestfälischen Lemgo, eine der weltweit modernsten Forschungsfabriken. Auf der „Reise in die Digitalisierung der Arbeitswelt“ kommt den Mitarbeitern eine besondere Bedeutung zu.

Große Monitore hängen über den Arbeitsplätzen in dem Produktionsgebäude von
hp polytechnik, wo bis vor kurzem noch technische Papierzeichnungen im A0-Format ausgebreitet wurden. Die Digitalisierung hat bei dem Iserlohner Unternehmen für Feinblechverarbeitung bereits Einzug gehalten. „Wir können und wollen uns der sogenannten Industrie 4.0 nicht verschließen“, erklärt Matthias Hellebrandt, zusammen mit Traugott Penderok Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens. Als ersten Schritt auf dieser digitalen Reise führte hp polytechnik BDE-Terminals ein, über die die gesamten Fertigungszeiten in ein SAP-System automatisiert gemeldet werden. Die nächsten Schritte geht das Unternehmen seit einigen Monaten gemeinsam mit der Forschungs- und Demonstrationsfabrik SmartFactoryOWL.

Unterstützung durch die SmartFactoryOWL
Den Anfang der Zusammenarbeit markierte ein Besuch in Lemgo. Geschäftsführer und Produktionsleiter waren beeindruckt, was sie in der Forschungsfabrik erlebten. Vor allem, weil die Modelle auf die jeweiligen Anforderungen kleiner und mittelständischer Unternehmen angepasst werden können. Danach unterzogen Ingenieure der SmartFactory das Unternehmen einem Quickcheck und einer Potenzialanalyse, die den Iserlohnern erste Optimierungsmöglichkeiten aufzeigte. „Wir haben viele Anregungen und kompetente Unterstützung erhalten. Und das kostenfrei inklusive des Quickchecks und der Potentialanalyse“, so Traugott Penderok. [Mehr zur Zusammenarbeit sowie zur SmartFactory lesen Sie hier…]

„Die Automatisierung von Montageprozessen ist für uns zwar nicht so möglich, wie wir sie in Lemgo gesehen haben, doch die Idee der Visualisierung fanden wir toll und haben sie auf unsere Anforderungen in Form von Produktionsbildschirmen übertragen“, berichtet Matthias Hellebrandt.

Effizienz und Qualität durch Visualisierung gesteigert
Per Mausklick zieht sich beispielsweise Vorarbeiter Mehmed Balat an einem der Arbeitsplätze technische Details eines Bauteils auf den großen Bildschirm und bespricht die nächsten Schritte in der Biegetechnik mit einem Mitarbeiter. Dazu zoomt er ganz einfach weitere Details heran, so dass der Mitarbeiter die notwendigen Maße ablesen und die Biegeoperationen nachvollziehen kann. Mit einem weiteren Klick zeigt der Bildschirm wieder die komplette technische Zeichnung an. In nicht einmal einer Minute sind die Details geklärt und der Mitarbeiter weiß genau, worauf er bei dem Biegeprozess achten muss. Die Vorteile der neuen Technik: Nichts muss mehr herausgesucht und ausgedruckt werden. Durch das Heranzoomen von Einzelteilen und Arbeitsschritten arbeiten die Mitarbeiter genauer und schneller. Die digitalen Zeichnungen sind zudem jederzeit verfügbar, und nicht wie vorher nur zu den Bürozeiten. Auf diese Weise kann jeder Mitarbeiter zu jeder Zeit auch weitere prozessrelevante Informationen, wie Prüfpläne, Verpackungsvorschriften oder Produktfotos aus den Stammdaten abrufen. Vor allem die Spätschicht profitiert davon. „Durch die Digitalisierung unserer gesamten Kundenzeichnung sparen wir im Arbeitsprozess Zeit und erhöhen die Qualität. Nach der Einführung von SAP Business One war das der nächste große Schritt“, so Dominic Rose, verantwortlich für IT und strategische Fragen und ergänzt: „Das kommt unseren Kunden zugute und stärkt uns als Wettbewerber.“

hp polytechnik agiert seit über 20 Jahren erfolgreich im hart umkämpften Markt der Feinblechverarbeitung. Das Iserlohner Unternehmen wuchs auf 80 Mitarbeiter und acht Auszubildende heran. Ziel ist es, durch die Digitalisierung die Qualitätssicherung zu stärken, sowie Lieferzeiten und Kosten zu verringern. Dies trägt dazu bei, konkurrenzfähig zu bleiben und Arbeitsplätze auch langfristig zu sichern. „Das Kundenverhalten hat sich in den letzten Jahren verändert: Das Auftragsvolumen steigt zwar stetig, doch die Bestellungen werden immer kleinteiliger. Dadurch steigen die Datenmengen und somit auch die Kosten. Mit der Digitalisierung unser Produktions- und Arbeitsbedingungen fangen wir das wieder auf“, sagt Rose.

Mitarbeiter bei Digitalisierung von Beginn an einbezogen
Die Mitarbeiter stehen neuen Entwicklungen aufgeschlossen gegenüber. Geschäftsführung und Vorgesetzte legen großen Wert darauf, alle Beschäftigten auf dem Weg zu mehr Digitalisierung und Automatisierung mitzunehmen. „Von Anfang an haben wir unsere Mitarbeiter in den Prozess einbezogen. Sie kennen unsere digitale Strategie und tragen sie mit“, erklärt Matthias Hellebrandt und ergänzt: „Arbeitsplätze und Prozesse werden sich in den nächsten Jahren verändern – doch die Mitarbeiter sind der wichtigste Teil des Unternehmens und werden weiterhin gebraucht. Das versuchen wir ihnen zu vermitteln.“ Bei Einführung der Produktionsbildschirme gab es auch Skeptiker. Doch parallel zu den Neuerungen schulten die Führungskräfte die Mitarbeiter intensiv und gaben ihnen Zeit, mit der neuen Technik umzugehen. So nahmen sie ihnen die Angst vor der Technisierung. Das Ergebnis: Bereits nach kurzer Zeit können sich die meisten eine Arbeit ohne Bildschirm und digitale Plänen nicht mehr vorstellen.

Die Reise ins Digitalzeitalter ist erfolgreich gestartet. Die nächsten Schritte hat hp polytechnik mit Unterstützung der SmartFactory bereits geplant.

Weitere Informationen
www.hp-polytechnik.de
hp polytechnik, Zollhausstraße 29, 58640 Iserlohn
Telefon: 02371-772780, E-Mail: info@hp-polytechnik.de

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